KOMMUNIKATION_AL_DENTE NEWSLETTER

In meinem aktuellen Newsletter geht es um die Ergebnisse meiner Umfrage unter Medien-Kollegen_innen:

Im Lauf des Jahres habe ich Kollegen_innen aus Print, Hörfunk, TV und Online-Medien nach ihrem „Drängendsten Problem“ gefragt. Außerdem wollte ich wissen, was sie sich wünschen, um die Arbeitssituation zu verbessern.

Hier die am häufigsten genannten Punkte:

  • Stellenabbau. Viele haben nur noch Zeitverträge, sind verunsichert, haben Angst um ihren Job und schweigen. Manche haben „Schiss vor dem Chef“ oder der Chefin, andere wollen „einfach kein Fass aufmachen“, weil sie eh schon genug zu tun haben.
  • Arbeitsverdichtung und -überlastung, mehr als 10-12 Std. täglich sind normal, oft ohne finanziellen Ausgleich – vor allem bei den Privaten. Informationsweitergabe, Absprachen und Briefings kommen zu kurz, was die Zusammenarbeit zunehmend verschlechtert. Der Ton wird schärfer, der Druck steigt.
  • Kommunikation von oben nach unten funktioniert nicht, sie erfolgt zu spät oder gar nicht. „Letztlich kostet das die Mitarbeiter mehr Zeit“, sagte mir eine Kollegin. Und: Generell gäbe es zu wenig Möglichkeiten sich mit eigenen Ideen einzubringen.
  • Der digitale Wandel und der daraus folgende „Culture Clash“ zwischen alteingesessenen und jüngeren Mitarbeitern.
  • Meetings. Oft viel zu lang. Und wenn, geht es um Projekte, nicht um das Miteinander. Die Wertschätzung kommt zu kurz – auf und zwischen allen Ebenen.
  • Strukturen. Hierarchien sind steil und oft unnötig differenziert.
  • Mangelnde Nachhaltigkeit von Workshops zur Verbesserung der Kommunikation oder der Abläufe

Die Folgen: Manche Kollegen_innen gehen in die innere Immigration, andere fallen wegen Burn-out aus, fühlen sich gemobbt, ja sogar Selbstmordversuche gab es. All das wird meistens nur hinter vorgehaltener Hand erzählt. Interne Maßnahmen, die „von oben“ gegen solche Entwicklungen oder zur Vorsorge ergriffen werden, werden von den Mitarbeitern oft als „Alibi-Veranstaltungen“ empfunden oder als nicht nachhaltig (O-Ton einer Kollegin: „Nach einem halben Jahr ist alles wieder beim alten“).

 

Wünsche zur Verbesserung der Situation:

  • Klare Kommunikation, bei der die Emotionen außen vor bleiben
  • Respektvollerer, entspannterer Umgang miteinander
  • Würdigung dessen, was jeder einzelne leistet
  • Kritikfähigkeit und kritisieren lernen
  • Periodische Befragung der Festen, Freien, festen Freien – getrennt voneinander
  • Installation einer Vertrauensperson, an die man sich im Konfliktfall wenden kann
  • Führungskräfte, die ein Problembewusstsein entwickeln

Meine These: In der Kommunikation zeigt sich, wo es im Unternehmen hakt und sie ist zugleich der beste Hebel für positive Veränderungen.

Dass es auch anders geht, erzählt zum Beispiel Reed Hastings, CEO Netflix, im Interview mit dem „Journalist“ (2/2016): „Wir versuchen, [unsere Mitarbeiter] zu inspirieren, weniger zu managen. Wir wollen sie in die Lage versetzen, großartige Arbeit abzuliefern, erklären ihnen die Zusammenhänge. Das ist wichtig für Leute, die gerne selbständig arbeiten (…) Ich habe gelernt zu vertrauen. Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter zu haben. Wir bemühen uns wirklich sehr, ehrlich und transparent zu sein. Vor kurzem sind wir zeitgleich in 130 Ländern gestartet. Jeder im Unternehmen wusste Bescheid, und das schon seit Monaten. Dennoch ist nichts nach außen gedrungen. Eine echte Bewährungsprobe gerade für das Management…“

Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, dass es auch in der Medienbranche mehr Vertrauen, Respekt und Transparenz gibt. Dass gerade auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten mit zunehmender Belastung das Miteinander nicht auf der Strecke bleibt. Weil ich überzeugt bin, dass dann alle besser arbeiten können. Und weil ich weiß, dass dann auch der Wohlfühlpegel und die Lebensqualität steigt.

Wie das gehen könnte? Dazu habe ich mir Gedanken gemacht und Angebote entwickelt, die dazu beitragen können, die Zusammenarbeit in die gewünschte Richtung zu verändern. Mehr dazu hier…

Kommunikation al dente©                                    
Informationen „mit Biss“ – garantiert frisch!   

In meinem Newsletter berichte ich aus meiner Kommunikations-Küche, also dem Ort, wo zubereitet, probiert, garniert und schließlich natürlich auch serviert wird. Ein Blick hinter die Kulissen meiner Arbeit also. Außerdem gibt´s Ideen, Tipps und Wissenswertes rund um das Thema Kommunikation und Konflikte. Interesse? Dann einfach hier eintragen.

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